Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib.

(Evangelium nach Matthäus 26,26-28)

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Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.

(Evangelium nach Johannes 6,51)

Leben als Feier und Dank

Die Kirche lebt aus der Feier der heiligen Eucharistie. Sie ist der Mittelpunkt des Gemeindelebens in unserer Kirche, so wie in allen katholischen und orthodoxen Kirchen seit ältester Zeit (bezeugt bei Ignatius v. Antiochien). Denn Christus hat verheißen, bei der Eucharistiefeier real gegenwärtig zu sein (Mt 26,36ff par)

Die zweigliedrige Eucharistiefeier (bezeugt schon bei Justin d. Mart., Mitte 2. Jhdt.), bildet eine organische Einheit. Denn der „Danksagung“ (griech. eucharistia) im zweiten Teil der Feier muss zunächst das Ge-Denken an die Heilstaten Gottes im ersten Teil vorausgehen. Zu diesen Heilstaten zählen die Schöpfung sowie die Offenbarung Gottes an das Volk Israel – und besonders das Leben, sühnende Sterben und die Auferstehung des Gottmenschen Jesus Christus.

Versöhnung und Gedenken

Der erste Teil der Eucharistiefeier ist also der Wort-Gottesdienst: das Gedenken an Gottes Heilstaten, vor allem durch das Hören auf die Schriftlesungen. Vor den Schriftlesungen steht die Anrufung Gottes: Psalm, Kyrie, Gloria und Tagesgebet; ihr geht gewöhnlich die Feier der Versöhnung voraus.

Die Schriftlesungen beginnen bei uns stets mit der Tora (hebr.: Weisung), also den fünf Büchern Mose (griech. pentateuchos), denn die Kirche hat von Anbeginn die Kontinuität mit dem Gottesvolk des Alten Bunds betont und viele Elemente des Synagogen-Gottesdiensts übernommen. Die Schriftlesungen gipfeln in den Evangelien; in ihnen ist die Frohe Botschaft (griech. euaggelion) von Jesus Christus, dem menschgewordenen Wort Gottes, zu hören. In der Predigt werden die Schriftlesungen und die Liturgie auf unser persönliches Leben hin ausgelegt. Die Predigt dient auch als Hinführung zum gemeinsamen Glaubensbekenntnis.

Vom Gedenken zum Danken

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Der zweite Teil der Eucharistiefeier ist die „Darbringung“ (griech. anaphora) und eigentliche „Danksagung“ (griech. eucharistia): Bei der Gabenbereitung bringen wir Gott unser Leben dar, um es letztlich verwandelt wieder zu empfangen. In den Fürbitten bringen wir die ganze Welt vor Gott und bitten Ihn, dass Er sie verwandeln möge. Im Hochgebet knüpfen wir an das Gedenken (griech. anamnesis) aus dem ersten Teil der Feier an. Wir vereinigen unseren Dank mit dem Dank der Engel und der Heiligen aller Zeiten und singen von der Heiligkeit Gottes (Sanctus). Wir gedenken der Einsetzung (institutio) der Eucharistie durch Jesus Christus am Vorabend Seines Todes und rufen den Heiligen Geist Gottes auf uns und die Gaben herab (epiklesis). Schließlich stärken wir uns geistlich durch die heiligen Gaben. Diese sind durch das Wirken des Heiligen Geistes zum Leib und Blut Christi geworden, ganz wie Er es Seiner Kirche verheißen hat. So bleibt Christus in uns und wir in Ihm (Joh 15,4). Das von uns verwendete Hochgebet richtet sich nach der Traditio apostolica (ca. 215 n. Chr.).

Gemeinschaft mit Gott

Auf diese Weise feiern wir Gemeinschaft (lat. communio) nicht nur untereinander, sondern mit dem dreifaltigen Gott: dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Ungeheuerlich? Ja! und doch möglich, weil Gott selbst in unsere Geschichte eingetreten ist. Er ist selbst Mensch geworden in Jesus von Nazareth, dem Sohn Gottes und Messias (Christus) Israels.
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Doch Gott ist nicht Mensch geworden, um uns zu richten und zu verurteilen (Joh 12,47). Nein: Jesus Christus hat in grenzenloser Liebe all unsere Schuld, die uns von Gott trennt, auf Sich genommen und an unserer Statt den Tod am Kreuz erlitten, damit wir Vergebung durch Sein Blut erhalten (Mt 26,28). In Seiner Allmacht ist Er von den Toten wieder auferstanden und hat den Tod entmachtet. Er ist zu Gott dem Vater zurückgekehrt und hat Seiner Kirche den Heiligen Geist gesandt, um sie in der Liebe zu vervollkommnen. Er hat verheißen, einst wiederzukehren, um erst dann zu richten und Sein ewiges Reich aufzurichten. Bis dahin gilt Seine Einladung zu einem erneuerten Leben in Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott.
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Eine Einladung

Christus ist das Haupt der Kirche, die Seinen Leib bildet. Er lädt alle ein, sich Ihm anzuschließen. Wenn wir die Eucharistie feiern, wird Er gegenwärtig und das Reich Gottes erfahrbar. In der Eucharistie besinnen wir uns (mit allen Sinnen) auf Gottes Heilshandeln; wir erfahren Gottes Zuspruch und Gottes Anspruch an uns. Dies ist die tragfähige Grundlage für ein gelungenes Gemeindeleben. So wächst, durch das Wirken des Heiligen Geistes, den uns der Vater durch Christus gesandt hat, unsere liebevolle Gemeinschaft mit Gott und mit allen Menschen.
Gern würden wir auch mit Ihnen regelmäßig die heilige Eucharistie feiern. Nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, damit wir Sie über die Gemeindearbeit informieren können.
Gegenwärtig finden unsere Gottesdienste nur nach Vereinbarung statt, da wir noch auf der Suche einem geeigneten liturgischen Raum sind. Für Hinweise auf Gottesdiensträume sind wir ebenfalls sehr dankbar!

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