THE_FIRST_COUNCIL_OF_NICEA

Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel (325/381)

Wir glauben an den einen Gott,
den Vater,
den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
Amen.

Koinonia auf altkirchlicher Basis (1975-1987)

Die im orthodox-altkatholischen Dialog formulierte Koinonia auf altkirchlicher Basis ist das theologische Grundlagendokument unserer Kirche [erschienen in: Internationale Kirchliche Zeitschrift, Bd. 79, Nr. 4, 1989]; sie wurde von der Generalsynode der Polnisch-Katholischen Nationalkirche Nordamerikas (PNCC) angenommen im Oktober 1990.

Erklärung von Scranton (2008)

Deutsche Übersetzung der Declaration of Scranton, verabschiedet von den Bischöfen der Polnisch-Katholischen Nationalkirche Nordamerikas (PNCC) in Lancaster (New York), den 28. April 2008.

Wir halten fest an dem altkirchlichen Grundsatz, den der heilige Vinzenz von Lérins wie folgt ausgesagt hat:

Id teneamus, quod ubique, quod semper, quod ab omnibus creditum est; hoc est etenim vere proprieque catholicum.

(Lasst uns an dem festhalten, was immer und überall von allen geglaubt worden ist, denn das ist wahrhaft und wirklich katholisch.)

[Vinzenz von Lérins, Commonitorium, 434]

Wir halten darum fest am Glauben der alten Kirche, wie er in den ökumenischen Symbolen und in den allgemein anerkannten dogmatischen Entscheidungen der ökumenischen Synoden der ungeteilten Kirche des ersten Jahrtausends ausgesprochen ist.

Deshalb verwerfen wir die vatikanischen Dekrete vom 18. Juli 1870 über die Unfehlbarkeit und den Universal-Episkopat und die kirchliche Allgewalt des römischen Papstes, da sie mit dem Glauben der alten Kirche in Widerspruch stehen und die altkirchliche Verfassung zerstören. Das hindert uns aber nicht daran, den historischen Primat anzuerkennen, wie er von mehreren ökumenischen Konzilien und durch die Lehre der Kirchenväter übermittelt wurde: Der Bischof von Rom ist der Primus inter pares, der Erste unter Gleichen.

Wir verwerfen auch, als in der Heiligen Schrift und der Überlieferung der ersten fünf Jahrhunderte nicht begründet, die Erklärung Pius IX. vom Jahre 1854 über die unbefleckte Empfängnis Mariens.

Wir lehnen auch die Dogmatisierung der leiblichen Himmelfahrt der Jungfrau Maria durch Pius XII. aus dem Jahr 1950 ab, da sie im Widerspruch zur Heiligen Schrift steht.

Wir lehnen die zeitgenössischen Erneuerungen innerhalb der Anglikanischen und der Altkatholischen Kirchen der Utrechter Union ab, die der Schrift und der Tradition der alten Kirche widersprechen: die Ordination von Frauen zum Priesteramt, die Bischofsweihe von Frauen und die kirchliche Segnung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften.

Seit jeher ist die Heilige Eucharistie der wahre Mittelpunkt des katholischen Gottesdienstes. Daher halten wir es für unsere Pflicht, zu erklären, dass wir am alten katholischen Glauben vom hochheiligsten Altarsakrament unversehrt und in aller Treue festhalten. Wir glauben, dass wir in den Gestalten von Brot und Wein Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus empfangen. Die eucharistische Feier selbst ist nicht eine fortwährende Wiederholung und Erneuerung des Sühneopfers, das Christus ein für allemal am Kreuz dargebracht hat. Ihr Opfercharakter besteht darin, dass sie das bleibende Gedächtnis desselben ist und eine auf Erden stattfindende reale Vergegenwärtigung jener einen Darbringung Christi für das Heil der erlösten Menschheit ist, die nach Hebr 9,11.12 fortwährend im Himmel von Christus vollzogen wird, indem er in der Gegenwart Gottes für uns erscheint (Hebr 9,24). Die Feier der Eucharistie ist so geheiligtes Opfermahl, in dem die empfangende gläubige Gemeinschaft miteinander Anteil an Leib und Blut des Herrn empfängt (1 Kor 10,17).

Wir hoffen, dass es katholischen Theologen, unter Beibehaltung des Glaubens der ungeteilten Kirche, gelingen wird, eine Verständigung über die seit den Kirchenspaltungen entstandenen Differenzen zu erzielen.

Wir ermahnen und ermutigen die Priester, die unter unserer Jurisdiktion stehen, dazu, die wesentlichen christlichen Wahrheiten durch die Verkündigung des Wortes Gottes und durch die Unterweisung der Gläubigen zu vermitteln, zu lehren, einzuüben und in der Diskussion mit kontroversen Anschauungen in Wort und Tat ein Beispiel zu sein im Einklang mit den Lehren unseres Erlösers Jesus Christus.

Durch treues Festhalten an der Lehre Jesu Christi, unter Ablehnung aller Fehler, die durch die Schuld der Menschen, kirchliche Missbräuche und hierarchische Bestrebungen entstanden, glauben wir erfolgreich dem Unglauben und der religiösen Gleichgültigkeit, dem schlimmsten Übel unserer Zeit, entgegenzuwirken.

Gezeichnet:

Bischof Robert M. Nemkovich (Leitender Bischof)
Bischof Thomas J. Gnat
Bischof Thaddeus S. Peplowski
Bischof Jan Dawidziuk
Bischof Sylvester Bigaj
Bischof Anthony Mikovsky
Bischof Anthony D. Kopka
Bischof John E. Mack

Voraussetzungen für die Sakramentengemeinschaft mit den Kirchen der Union von Scranton (2010)

Deutsche Übersetzung der Requirements for Communion with the Polish National Catholic Church, angenommen von der Generalsynode der Polnisch-Katholischen Nationalkirche Nordamerikas (PNCC) im Oktober 2010.

Sucht eine katholische Jurisdiktion Gemeinschaft mit den Kirchen der Union von Scranton, muss sie im Einklang sein mit und ihre Treue bekennen zu:

  • der authentischen Lehre, wie sie von den Aposteln gemäß der Heiligen Schrift und der heiligen Tradition überliefert wurde,
  • einer gemeinsamen Feier des heiligen Messopfers als Re-Präsentation des Opfers von Golgatha, in der unser Herr und Heiland Jesus Christus wahrhaft und substantiell in der heiligen Eucharistie gegenwärtig ist,
  • dem Nachweis einer identifizierbaren, gültigen und legalen apostolischen Sukzession.

Eine katholische Jurisdiktion, die Gemeinschaft mit den Kirchen der Union von Scranton sucht, muss ein gültiges und legales Bischofsamt (Episkopat) nachweisen. Ein gültiges Bischofsamt ist eines, das seine Sukzession auf eine der katholischen Kirchen entweder des Ostens oder des Westen zurückführen kann. Ein legales Bischofsamt ist eines, das auf einem von der entsprechenden Jurisdiktion akzeptierten Wahlverfahren beruht. Falls eine Jurisdiktion kein gültiges und legales Bischofsamt besitzt, muss sie die Einhaltung aller in diesem Dokument aufgeführten Anforderungen erklären, bevor eine Bischofsweihe in Betracht gezogen werden kann.

Eine um Gemeinschaft mit der Union von Scranton nachsuchende katholische Jurisdiktion muss die sieben Sakramente, die Lehre, dass die Feier der heiligen Messe ein Opfer ist, und die katholischen Prinzipien und Glaubenswahrheiten akzeptieren, wie sie zu finden sind in:

  • dem Apostolischen Glaubensbekenntnis
  • dem Glaubensbekenntnis von Nizäa
  • den Entscheidungen der ersten sieben Ökumenischen Konzilien
  • der Erklärung von Utrecht
  • der Erklärung von Scranton.

Die Sakramentengemeinschaft (communio) basiert auf den drei folgenden Hauptpunkten:

  1. Jede Kirche erkennt die Katholizität und Selbständigkeit der anderen an und bewahrt ihre eigene.
  2. Jede Kirche verpflichtet sich, den Mitgliedern der anderen Kirchen die Teilnahme an den Sakramenten zu erlauben.
  3. Die Sakramentengemeinschaft erfordert von beiden Kirchen nicht die Akzeptanz aller Lehrmeinungen, sakramentaler Frömmigkeit oder liturgischen Praxis, die für die andere charakteristisch ist, sondern bedeutet, dass die jeweils andere alles Wesentliche des katholischen Glaubens festhält. [Constitution and Laws of the Polish National Catholic Church]

Es gilt Gleichheit unter den Bischöfen der Kirchen, die in voller Gemeinschaft stehen, da durch Christi Vorbild jede Kirche durch ihren Bischof geleitet wird. Es versteht sich, dass eine volle Gemeinschaft nur unter den Bischöfen, in denen die apostolische Sukzession der Kirche fortdauert, bestehen kann. Damit „Bischöfe in voller Gemeinschaft“ gemeinsam Anteil an der sakramentalen Natur der Kirche haben, muss eine bestimmte Beziehung oder Kollegialität unter ihnen bestehen. Die Union von Scranton versteht die Kollegialität der Bischöfe so, dass sie das Folgende beinhaltet:

Wo der Bischof ist, da soll die Menge der Gläubigen sein; so wie die katholische Kirche da ist, wo Jesus Christus ist.

[Ignatius von Antiochien, Brief an die Smyrnäer]

Der Begriff „Kollegialität“ wird verwendet, um die Beziehung zum Ausdruck zu bringen, in welcher die Bischöfe als Nachfolger der Apostel untereinander stehen. Jeder Bischof lehrt, heiligt und führt in der Hirtenrolle – durch die Gnade des Heiligen Geistes.

Kirchen, die in eine Vereinbarung über die volle Gemeinschaft eintreten, erkennen an, dass unter einander Gleichheit gilt; überall ist die jeweilige Ortskirche das Organ, das alles für die Erlösung Notwendige bietet. In ihr werden die Geheimnisse der Erlösung verkündet und gefeiert; in ihr wird das Wort (Logos), Jesus Christus, wirklich in der Eucharistie gegenwärtig; in ihr wird der den Aposteln anvertraute Glaube weitergegeben. Also ist die jeweilige Ortskirche wahrlich Christi Kirche, die in der Welt gegenwärtig ist; sie ist nicht einfach ein Teil oder Stück von etwas Größerem.

Jeder Bischof hat teil an der Mission, die den Aposteln von unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus anvertraut war. Dies ist wahre Amtsteilhabe, denn die Sendung der Kirche wurde nicht einem einzelnen Apostel, sondern allen Aposteln anvertraut. Während der Ermahnungen der Liturgie des Heiligen (Kar-) Samstages bekennt die Polnisch-Katholische Nationalkirche:

Wir sollen nicht einzeln, sondern vereint als eine Bruderschaft fragen – durch Seine Liebe zu einer Heiligen Kirche zusammengefügt, die ihre Mission von Gott durch Jesus Christus erhielt, welcher den Aposteln befahl: „Wer euch hört, der hört Mich.“ (Lk 10,16a) […]

Indem wir deshalb solche Zusicherung des Erlösers selbst haben, dass er bei allen Aposteln ist, wenn sie versammelt sind (aber nicht nur mit einem einzelnen Apostel), lasst uns unseren Glauben stärken, dass es Sein Wille ist, dass der Heilige Geist sich Seiner Kirche offenbart. Solche Offenbarung findet nicht in einer Person, sondern in der Versammlung derer statt, welche die Kirche sind.

[Missal of the Polish National Catholic Church, 1990]

Darum, wie die Apostel in Beziehung zueinander waren, besteht die gleiche Beziehung unter den Bischöfen der Kirche von heute. Nicht nur ist jeder Bischof Lehrer und Aufseher der ihm anvertrauten Kirche, sondern er trifft gemeinsam mit seinen bischöflichen Brüdern Entscheidungen und gibt den Glauben der ganzen Kirche weiter.

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